Naturnahe Gartengestaltung – Erhalt der Artenvielfalt

2021 KW12

Wir hören es jeden Tag in den Nachrichten oder lesen in der Zeitung, was alles getan werden müsste, um die Klimaziele zu erreichen und eine Klimakatastrophe für die Generationen, die nach uns kommen abzuwenden.  

Dabei richtet sich unser Blick oftmals auf die Politik, die wir hier in der Verantwortung sehen.  

Wir können jedoch nicht erwarten, dass andere die Probleme lösen, die uns Alle angehen und sollten selbst Verantwortung für uns und unseren Lebensraum übernehmen.  

 

Klimaschutz und Naturschutz sind eng miteinander verbunden. Der Mensch greift immer mehr in den natürlichen Kreislauf ein. Es wäre an der Zeit sich bewusst zu machen, dass wir Alle Teil dieses Kreislaufs sind und auf eine intakte Natur als Lebensgrundlage angewiesen sind 

 

Dabei wäre es ganz einfach: wenn jeder Agrarbetrieb, jedes Unternehmen, jede Kommune und jeder Privatgarten mindestens ein Zehntel seiner Fläche der Natur überlassen würde, wäre schon sehr viel für einen wirksamen Klima- und Naturschutz gewonnen.  

 

Trotz Klimakrise und Artensterben verschwinden immer mehr Grünflächen unter Beton, Steingabionen und Kies. Diese Schottergärten sind nicht nur lebensfeindlich für Igel, Insekten & Co, weil sie keine Nahrung und keinen Unterschlupf bieten, sondern auch, weil sie sich stark aufheizen und Regenwasser nicht speichern können. 

Unsere Städte und Gemeinden brauchen in Zeiten des Klimawandels mehr Grünflächen, die eine kühlende Wirkung haben sowie Lebensraum und Rückzugsorte für heimische Pflanzen und Tiere bieten. Denn gerade Grünflächen im Siedlungsbereich sind oft letzte Refugien für Tierarten, die in der ausgeräumten und monotonen Agrarlandschaft keine Überlebenschance mehr haben. 

 

Die biologische Vielfalt nimmt deutschlandweit dramatisch ab. Dabei kann jede*r Einzelne mit wenigen Handgriffen im Garten oder auf dem Balkon dafür sorgen, dass Vögel, Wildbienen, Igel etc wieder mehr Lebensraum bekommen.  

Mit konkreten Tipps und Anleitungen möchten wir Ihnen zeigen, dass Naturschutz und Ästhetik zusammenpassen. 

 

Das können Sie tun können, um Ihren Teil zum Natur- und Klimaschutz beizutragen:

 

  • Hecken stehen lassen bzw. nur mäßig schneiden, um Brutplätze für Vögel und Unterschlupf für Igel und Insekten zu erhalten  
  • Totholz und Laubhaufen an ungenutzten Ecken für Igel und Insekten liegen lassen 
    • Auf Stein- und Schottergärten am besten ganz verzichten oder mindestens ein Zehntel davon der Natur überlassen 
      • Insekten- und vogelfreundliche - vor allem heimische - Stauden und Gehölze anpflanzen, Futterpflanzen nicht nur für Schmetterlinge, sondern auch Schmetterlingsraupen anbieten 
        • Nisthilfen für Vögel und Insekten anbringen
          • Trockenmauern bauen und erhalten (Brut- und Rückzugsplätze für Eidechsen und Blindschleichen)
            • Torffrei gärtnern, auf Kunstdünger und vor allem auf Pestizide und Insektizide verzichten 
              • Naturdünger verwenden, z.B. Schafwolldünger, Kompost oder Bokashi (Düngerherstellung aus Küchen- und Gartenabfällen)
                • Auf effektive Mikroorganismen (EM) zur Verbesserung der Boden- und Gewässerqualität zurückgreifen 
                  • Beratungsangebote von Biogärtnereien und Fachhandel nutzen
                    • Naturschutzprojekte unterstützen, bringen Sie sich aktiv oder durch Spenden ein 

Weitere Tipps finden Sie unter www.nabu.de