Der Steinkauz

Die kleinen Kobolde benötigen unsere Hilfe

Der Steinkauz, eine der kleinsten Eulen in Baden-Württemberg, erreicht mit einem Gewicht von ca. 190 g ungefähr die Größe einer Amsel. Sein Gefieder ist dunkelbraun mit vielen hellen Flecken. Im Gegensatz zu den meisten Eulen ist der Steinkauz auch tagaktiv. Mancherorts kann man ihn beim Beutefang beobachten, insbesondere, wenn er für seinen Nachwuchs sorgen muss. Seine schwefelgelben Augen wirken streng, sein Verhalten ist koboldhaft.

In vielen Bundesländern steht der Steinkauz auf der Roten Liste und ist vom Aussterben bedroht.

Mit unserem Steinkauz Projekt haben wir es uns zur Aufgabe gemacht, diesen kleinen Kobolden zu helfen durch:

  • Bereitstellung und Wartung von künstlicher Nisthilfen
  • Regelmäßige Brutplatzkontrolle unserer ca. 30 Niströhren
  • Brutplatzkontrolle
  • Beringung der Jungvögel
  • Erfassung der jährlichen Bruterfolge
  • Erhaltung von Streuobstwiesen

Lebensraum 

Streuobstwiesen sagen dem Steinkauz besonders zu, da gerade alte, hochstämmige Apfelbäume zur Höhlenbildung neigen und ideale Brutmöglichkeiten gewährleisten. Kurzgehaltene Weiden bieten zudem eine effiziente Nahrungssuche in Nähe der Brutplätze und Tagesverstecke.

 

Nahrung 

Hauptnahrung sind Bodentiere der offenen Landschaft, vor allem Kleinsäuger bis zur Maulwurfsgröße, aber auch Insekten und Regenwürmer, die während der warmen Jahreszeit ca. 75% der Beutetiere ausmachen. 

 

Gefährdung 

Wesentliche Gründe für den starken Rückgang des Steinkauzes sind:

  • ständige Verringerung des Brutplatzangebotes durch Ausbau und Aufräumungsarbeiten in landwirtschaftlichen Gebäuden
  • das Fehlen geeigneter natürlicher Nistgelegenheiten (Kopfweiden, alte Obstbäume, Streuobstwiesen)
    • strukturelle Änderungen in der Landwirtschaft, die zur Umwandlung vieler Grünlandflächen in Ackerland führen
    • erhöhter Insektizid- und Pestizideinsatz
    • Intensivierung des Obstanbaus und Umstellung auf kurzstämmige, einfach zu bewirtschaftende Bäume
      • Rapide Abnahme der Streuobstwiesen in vielen Regionen Deutschlands und Mitteleuropas als prägendem Landschaftstyp – auf Kosten der typischen Fauna und Flora 

Schutzmaßnahmen

  • Erhaltung von Grünflächen mit hochstämmigen Obstbäumen sowie Weiden
  • Neupflanzung und Pflege von Weiden und Obstbäumen als natürliche Nistplätze
    • Anbringen von künstlichen Nisthilfen
      • Erhaltung von Wegrändern und Feldrainen als Rückzugsgebiet für Kleinsäuger und Insekten
        • Einschränkung des Biozideinsatzes in der Landwirtschaft

Was können wir tun, um die Artenvielfalt von Streuobstwiesen zu erhalten? 

Am meisten können Eigentümer und Pächter von Streuobstwiesen bewirken:

  • Pflege der Obstwiesen auf möglichst extensive, behutsame Art und Weise. Für ein funktionierendes Ökosystem ist es von Vorteil, wenn Bäume aller Altersstufen vorhanden sind - sowohl kräftige, alte Bäume als auch abgängige „Baumruinen“ und natürlich junge Bäume.
  • Anpflanzen hochstämmiger Obstbaumarten, da sich gerade in ihnen einfacher Naturhöhlen bilden als bei niedrigstämmigen Sorten.
    • Extensive Beweidung oder regelmäßige Mahd hilft dem Steinkauz, seine Beutetiere am Boden zu jagen. Generell ist ein Mosaik aus gemähten und nicht gemähten Flächen die Grundlage für eine möglichst hohe Artenvielfalt.
      • Noch junge oder niedrigstämmige Obstwiesen, in denen kaum Naturhöhlen vorhanden sind, können durch das Anbringen von Nisthilfen für viele Vogelarten aufgewertet werden. Nicht nur der Steinkauz profitiert von diesen Maßnahmen, sondern auch zahlreiche Singvögel, für die es unterschiedliche Arten von Nistkästen gibt. 
        • Auch wer keine eigene Streuobstwiese besitzt, kann einen kleinen, aber wichtigen Beitrag für ihren Schutz leisten. Verschiedene Kooperativen vertreiben Fruchtsäfte und Mostgetränke, die ausschließlich auf Streuobstwiesen produziertes Obst enthalten. Diese kosten zwar ein wenig mehr als konventionelle Fruchtsäfte – dafür geben die dadurch erzielten Einnahmen den Eigentümern von Streuobstbeständen neben dem ideellen auch einen finanziellen Anreiz, diesen einzigartigen Lebensraumtyp zu erhalten.
          • Pestizidanwendungen sollten in Steinkauz Revieren unbedingt unterbleiben.
          • Der Erhalt von alten Schuppen und Scheunen bietet Brut Raum

Jeder noch so kleine Beitrag kann helfen, diesen Sympathieträger der Nachwelt zu erhalten.

Die Unterhaltung der vielen Steinkauz-Brutplätze ist mit einem hohen finanziellen Aufwand verbunden, da regelmäßig Niströhren repariert oder nach dem Verlust von Brutbäumen neu beschafft werden müssen. Alleine mit Mitgliedsbeiträgen ist das nicht zu schaffen. Daher freuen wir uns über jede Spende! 

 

Unbezahlbar und noch viel wichtiger ist die persönliche, ehrenamtliche Mithilfe, z.B. beim Anbringen und Kontrollieren von Niströhren. 

 

Sie sind handwerklich geschickt und haben vielleicht sogar eine eigene Werkstatt? Dann können Sie uns wertvolle Hilfe beim Bau oder bei der Reparatur von Nisthilfen leisten! 

 

Sollten Sie erwägen, Niströhren für Steinkäuze auf Ihrem Grundstück anzubringen, würden wir uns freuen, wenn Sie sich mit uns in Verbindung setzen. 

 

Wir kennen vermutlich nicht alle Steinkauz Reviere auf unserer Beilsteiner Gemarkung. Falls Sie das Glück haben, einen Steinkauz bei uns zu sehen, ist das für uns von großem Interesse. Wir bitten Sie uns Ihre Beobachtung mitzuteilen. Auch Funde von toten Steinkäuzen sind für uns wichtig - insbesondere, wenn es sich um einen beringten Vogel handelt. Falls Sie Steinkäuze an einer Höhle oder am Nistkasten beobachten, bitten wir Sie, die Tiere nicht zu beunruhigen und in ausreichend großer Entfernung zu bleiben.